Der Hafen von Sorrent am Abend und Tage. Sorrent liegt ca 50 km südwestlich von Neapel an einer Steilküste mit Blick auf den Golf von Neapel , also auch auf den Vesuv.
Der Vesuv, scheinbar völlig harmlos, doch aufgrund seiner Gefährlichkeit einer bestbewachtesten Vulkane weltweit.

Ein Blick auf Positano.Hier hielt der berühmte Klaviervirtuose Wilhelm Kempf im Sommer Seminare für junge Künstler ab
Aus dem Leben eines Taugenichts des beginnenden 21.Jahrhunderts: ich habe die blaue Blume hier in Sorrento bei Neapel im Süden Italiens gefunden. Wenn Gott einmal auf der Erde gewohnt haben sollte, muss es hier gewesen sein.
Wie kommt man günstig nach Italien?
Mit dem Flugzeug Hamburg/Hannover nach Neapel oder wie ich mit der Bahn.
Bahnfahren: der Weg ist das Ziel!
Ich fuhr mit der Bahn insgesamt 5.100 km bis nach Sizilien
(Villa S. Giovanni, gegenüber von Messina)
Fahrkarte Europaspezial-Ticket Nordenham nach Verona, einschl.ICE und Reservierung â € 86.-, dann Nahverkehr â € 8.10.
Der Italo, ein superschneller Zug:
er läuft über weite Strecken durchgehend 300 km/ h, denn Italien hat im Gegensatz zu Deutschland ein durchgehendes Hochgeschwindigkeitsnetz auf eigenen Gleisen von Torino (Turin) über Milano, Bologna, Firenze ( Florenz) , Roma, Napoli nach Salerno, d.h. insgesamt von Turin nach Salerno 870 km, davon kann Deutschland nur träumen!
(Siehe Schaubild)
Dann bin ich mit dem superschnellen Italo (Spitze 300) für â € 29.- in 3 Stunden die 600 km nach Neapel gefahren. Von dort fuhr ich mit dem Vorortzug die 50 km nach Sorrent. â € 4.10.
Sorrent, Positano und Amalfi liegen an der vulkanischen Steilküste und haben unglaublich schöne Aussichten auf das türkisblaue Mittelmeer.
Am 24.August 79 n.Chr. war das Schicksal Pompejis besiegelt, der Vesuv brach mit der 100.000-fachen Gewalt der Hiroshima-Bombe aus.
Die ganze Stadt wurde eingeäschert, sozusagen konserviert. Das Elend der Menschen damals war unvorstellbar und diese urplötzliche Katastrophe ist unser heutiges Glück, nämlich das eine fast unzerstörte Stadt ausgegraben wurde.
Der Vesuv heute: völlig harmlos? Nein, er ist der weltweit gefährlichste Vulkan; denn er schläft „nur“!
Sein letzter Ausbruch war 1944. In seinem Umfeld im Großraum Neapel wohnen mehrere Millionen Menschen. Deshalb wird der Vesuv aufs Genaueste beobachtet und kontrolliert. Bei einem wahrscheinlich erneuten Ausbruch, müssen diese Millionen Menschen evakuiert werden.Dabei kann es leicht zu einer Massenpanik kommen, da es nur wenige enge Fluchtwege gibt.

Von Neapel fuhr ich dann noch einmal 400 km mit dem IC an die Südspitze Italiens nach Villa S. Giovanni. Ja, liebe Autofahrer: im Zug sieht man jedenfalls etwas aus dem Fenster. Die Bahn führte direkt am Meer entlang und durch Orte und Städte. Der Süden des Landes ist arm, das ahnt man sehend aus dem Fenster.
Wie ist es, in einem fremden Land wie Italien ohne Italienischkenntnisse allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend zu reisen? Wunderbar! Ein wenig Englisch und Mimik und Gestik reichen. So viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft war für mich kaum vorstellbar!
Ein bißchen Chaos gehört aber auch dazu. Positano liegt am Steilhang ind die großen Busse können nicht nach unten in den Ort und befahren nur die Straße auch oben am Hang. Ich erkundigte mich unten im Ort nach der Haltestelle und bewegte mich steil aufwärts. An der Haltestelle hieß es, Fahrkarten gäbe es nur unten im Ort ,auch nicht im Bus.Prost Mahlzeit!
Ein Drittel der Fahrgäste , darunter viele ausländische Touristen, hatten wie ich keinen Fahrschein. Der nette Busfahrer hat uns alle kostenlos mitgenommen. Für mich machte er mit seinem Linienbus an besonders schönen Ausblicken sogar etliche Fotostops. Überraschung für Fahrgäste mit mühsam erworbenem Ticket: der Entwerter im Bus ist kaputt. Gut, dass ich nicht extra bei Hitze noch einmal in den Ort gelaufen bin.
Bella Italia! Alles schüttelt sich irgendwie zurecht!
Langweilige lange Bahnreisen? Nicht die Spur! Wie viele interessante Menschen man kennenlernt. Tiefe Einblicke in den Alltag und die Lebensgeschichte anderer Menschen, man sieht sich ja wahrscheinlich nie wieder. Im Vorortzug nach Sorrento: mir gegenüber ein franz. Ehepaar von der Atlantikküste, ein gymnasialer Oberstufenkurs aus Norddeutschland, viele Einheimische und eine sehr fröhliche Jugendgruppe mit weißen Hemden mit einem lebensgroßen Marienbild. Alles spannend!
Sorrent ist, wie man sieht, eine Kulturstadt!
Sorrent hat mehrere Häfen. Man kann von dort mit einer Fähre nach Capri übersetzen. („wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“)
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