Heute ist Dienstag, der 18. März 2014.
Mit dem Berlin- Warschau-Express fahre ich für einen Tag die ca 550 km lange Strecke in 5 1/2 Stunden nach Warschau. Die Bahnstrecke ist mit EU -Mitteln inzwischen auf durchgehend 160 km/h ausgebaut.
Am Hauptbahnhof /Centralna komme
ich in der Hauptstadt Polens mit heute
1.7 Millionen Einwohnern an.
Da Warschau im 2.Weltkrieg von den Deutschen zu über 90% zerstört wurde, ist Warschau eine neue Stadt mit vielen Hochhäusern und ab 1990 auch riesigen Einkaufszentren
Direkt am Hauptbahnhof sticht das hässliche, im stalinschen Zuckerbäckerstil, gebaute Kulturzentrum ins Auge.
Der Stadtführer empfiehlt auf den Turm zu fahren, um sich einen Rundblick über die Stadt zu verschaffen.
Hier einige Bilder.
Als nächstes war es mir ein Bedürfnis zum Mahnmal des jüdischen Ghettoaufstandes von 1943 zu fahren.
Hier hatten die Nazis hunderttausend Juden eingesperrt, um sie von hier in die Massenvernichtungslager zu deportieren. Die Juden ahnten von ihrem bevorstehenden Schicksal und unternahmen 1943 einen verzweifelten Versuch der Befreiung, der von den Nazis brutal niedergeschlagen wurde. Später wurden alle umgebracht. Der kürzlich verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki konnte im letzten Augenblick mit seiner Frau fliehen.
Im Jahre 1970 geschah hier der denkwürdige und in die Geschichte eingegangene Kniefall Willy Brandts vor dem Mahnmal.
Mir war es ein Bedürfnis diesen historischen Ort des von mir hochverehrten des Willy Brandt nach 44 Jahren zu besuchen.
Erst durch seine Politik wurde eine Entspannung in Europa möglich.
Es entstanden 1970 die Ostverträge, die einen Gewaltverzicht beinhalteten.
Willy Brandt war somit einer der bedeutendsten Politiker des 20. Jahrhunderts und erhielt dafür zu Recht den Friedensnobelpreis.
Meine heutige Exkursion setzte ich dann fort mit dem Besuch der nach dem Krieg völlig neu aufgebauten Altstadt von Warschau.